Röhrenvorverstärker nach dem MTA Prinzip (Frank Blöhbaum)

Schon mal gehört? Multiplied transconductance amplifier??

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Bis vor 3 Wochen war mir das vollkommen unbekannt, auch der Name Frank Blöhbaum war mir (kaum) geläufig.

Das sollte sich rasch ändern, nachdem ich in HH bei meinem Freund Björn seinen Röhrenvorverstärker als Preline gehört hatte.
Er trieb eine F2A Endstufe an, die ihrerseits Altec 804-8G „befeuerten“.

Ein phantastisch räumliches, musikalisches Klangbild, das nicht nur mich sofort in den Bann zog.

Nach einer langen Hörsitzung mit verschiedensten Komponenten, legte Björn in seinem Werkstattkeller an einem Audioanalyser ein Teil des Prinzips dar, das hinter diesem Vorverstärker steckte.

Daheim angekommen, wurde das inet angeschmissen und fleissig gegooglet.

Irgendwann steiss ich dann auf die downloadseiten, in den F. Blöhbaum vor einigen Jahren sein inzwischen patentiertes MTA Prinzip vorstellt und sehr detailliert beschreibt.

Dem Leser mag es empfohlen sein, die downloadkosten dieser 3 Artikel zu investieren und danach zu „verköstigen“.
Für mich stellten sie die wesentliche Grundlage dar, mich an das Projekt zu wagen.

Rasch war mir klar, dass das der Vorverstärker sein müsste, der meine V69a antreiben könnte.
Auf Grund seiner niedrigen Ausgangsimpedanz musste das eigentlich passen, wie auch Björn bestätigte.

Bis dato hatte ich mir an den Vorverstärkern vor der V69a die Zähne ausgebissen und war nicht zufrieden.
Die Bässe bleiben auf der Strecke, und einiges an Musik klang „angestrengt“……
Mit anderen Worten: die V69a und die Altecs waren nicht da, wo sie sein sollten.

Also ging es mit Björn’s Unterstützung los.
Das Pflichtenheft sah folgendermasse aus:

– potentialfreies Einschalten, niedriger Standby Verbrauch

– 5 Eingänge, Tape out

– Lautstärke händisch, fernbedienbar und später per Musesboard digital regelbar

– 2HE Gehäuse

– informative Front mit Anzeige der Quellen, der Mute-Funktion und des Lautstärkepegels

– brumm- und rauschfrei sollte er sein

An einer technisch zentralen Stelle wäre ich ohne Björns Hilfe gescheitert. Der verwendete MPSA92 Transistor benötigt definierte Arbeitsbedingungen, sonst „verabschiedet er sich“
Die Röhren müssen zur Inbetriebnahme ca. 30 Sekunden geheizt werden, bevor Anodenspannung anliegt.
Ein eigenes Thema, ich hätte es alleine nicht gestemmt bekommen.

Auch die Auslegung des RC gesiebten Netzteils ist etwas spezieller……

 Daraus resultierten folgende Baugruppen:

– Netzteil zur Bereitstellung von 6V Digitalspannung und 2 x 15V für den Muses

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 – Netzteil für die reinen MTA Module

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– Eingangsmodul mit Steuerung über Arduino, getrennter Masseführung, Motorsteuerplatine, IR Empfänger und  modularer Lautstärkegruppe

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  – 2 MTA-Vorverstärkerplatinen

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Wie sich herausstellen sollte, habe ich mir da ein komplexes Projekt vorgenommen, dass Aufbau und Entwicklungszeit in erheblichen Umfang benötigte.

Aber heute läuft der MTA Vorverstärker hervorragend!!

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Oben die Baugruppen, auf Schaltpläne und Platinenlayouts verzichte ich aus bekannten Gründen an dieser Stelle und werde sie auch zukünftig nicht veröffentlichen.  D3C4369MTA VV

 

 

 

 

 

 

 

Der Komplettaufbau mit analogen Motorpoti, dass in die modulare Lautstärkeregelleiste gesteckt ist.

Was ist nun mit dem Ergebnis?

– bereits beim ersten definitiven Einschalten fehlte mir etwas: Brumm und Rauschen!!
– der Vorverstärker ist an der V69a totenstill!!

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 ………eine ausgetüftelte zentrlae Masseführung als Erfolgsgeheimnis??

Aber dann das erste Hörergebnis nach wenigen Stunden:

unaufgeregt, das Klangbild ist authentisch und ehrlich. Schlechte Aufnahmen klingen schlecht, gute sehr gut

famoser Bass, trocken, schnell, auch bei geringen Lautstärken bereits deutlich vernehmbar (meine Ohren sind schon etwas älter)

– eine grossartige Bühne in allen Ebenen

schnelle, präzise Darstellung

Wie ist der technische Umgang?

Einmal lauffertig und nach den Spezifikationen gebaut ist alles bombenstabil.
Keine Änderung der Arbeitspunkte mehr, selbst beim Röhrentausch auf Äquivalenztypen keine Änderungen.

Die Fernbedienbarkeit ist sehr zweckmässig, und mit dem Muses-Lautstärkemodul wird es dann zukünfig auch noch optisch angezeigt.

Dieser feine Vorverstärker erforderte viel Planungs und Bauzeit (dank der stepcraft-Fräse viel kürzer!), einiges an Programmierarbeit, ist aber nun Top 1 unter den Prelines der V69a.

Dortmund 13.01.2018

Quellen:

http://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?thread/123824-suche-frank-bl%C3%B6hbaum-mta-bausatz/&pageNo=1http://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?thread/123824-suche-frank-bl%C3%B6hbaum-mta-bausatz/&pageNo=1

https://linearaudio.net/authors/401

Dank:
Bjoern J., HH